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Strategieaktivierung: Ein Ratgeber Strategien erfolgreich umzusetzen

Dieser Blogartikel dient als Ratgeber, um Strategien erfolgreich umzusetzen durch explorative Führung. Viele stellen sich die Frage: Welcher Strategieprozess ist der richtige? Wie aktiviere ich meine Strategie nachhaltig trotz stetigem Wandel? Wir beim MLI nennen das Strategieaktivierung und das Mittel zum Zweck ist für uns explorative Führung. Strategieaktivierung bezeichnet die Führungskompetenz, Menschen einer Gemeinschaft zu aktiven Unterstützern einer Strategie zu machen. Sie zielt darauf ab, dass jeder handelnde Akteur in einem komplexen Umfeld seinen Beitrag zum Gesamterfolg kennt und motiviert ist, im Zusammenspiel mit anderen explorativ dem Ziel näherzukommen.

Welchen Problemen begegnet man bei der Umsetzung von Strategien in VUCA Welten?

VUCA Welten sind wie die Hochsee, explorative Führung als Navigationshilfe  „Den guten Seemann lernt man erst im Sturme kennen“ wusste schon der römische Philosoph und Politiker Lucius Annaeus Seneca (1 bis 65 n. Chr.). Man kann sicherlich auch Führungskräfte an ihrer Fähigkeit Strategien erfolgreich umzusetzen bewerten. Die Fähigkeit in VUCA Zeiten zu führen ist seit den neunziger Jahren stetig wichtiger geworden; heute spricht man davon, dass wir in einer VUCA Welt leben. Das steht für:

  • Volatilitity (Englisch für „Volatilität“): unbeständige, sich schnell verändernde Rahmenbedingungen.
  • Uncertainty (Englisch für „Unsicherheit“): schwer vorhersehbare weitere Entwicklung.
  • Complexity (Englisch für „Komplexität“): Probleme mit nur schwer erkennbaren Ursache-Wirkungs- Beziehungen.
  • Ambigouity (Englisch für „Mehrdeutigkeit“): Entscheidungen bringen schwer wägbare Vor- und Nachteile, teils auch Risiken, mit sich.

 

Strategien in VUCA Welten erfolgreich umzusetzen bedeutet also sich in einer meist sehr diffusen Umgebung orientieren zu müssen, um dann Aktionspläne zu beschließen.

Eine erste Richtung für eine erfolgreiche Umsetzung von Strategien gibt das explorative VUCA+ Konzept. VUCA+ steht dabei für:

  • Vision: eine gemeinsame Vorstellung davon, was man anstrebt, und zu welchem Zweck.
  • Understanding (Englisch für „Verständnis“): eine umfassende Kenntnis des Kontextes, der relevanten Einflussfaktoren und jener Erfolgshebel, auf die es ankommt, um sich auf unbekanntem Terrain zu bewähren. Understanding steht für die mentale Landkarte, die bei explorativem Vorgehen entsteht.
  • Clarity (Englisch für „Klarheit“): klare Rollen und Ziele, die möglichst präzise die nächsten Schritte auf dem Weg zur Vision beschreiben und den Beitrag des Einzelnen zum Gesamterfolg klären. Clarity steht für die nachvollziehbare und faire Organisation der verfügbaren Ressourcen, Kompetenzen und Prozesse.
  • Agility (Englisch für „Beweglichkeit“) beschreibt die Bereitschaft, aus Erfahrungen schnell zu lernen und sowohl mental als auch im Handeln flexibel auf neue Erkenntnisse zu reagieren. Agilität steht aber auch für eine gute Ausrüstung und für Sicherheitsmechanismen, um bei auftretenden Unwägbarkeiten bestmöglich reagieren zu können, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren.

Um Strategien in VUCA Welten erfolgreich umzusetzen sind sowohl Strategieaktivierung als auch explorative Führung gute Hilfen, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und es in kleinen Schritten zu erreichen.

 

Durch explorative Führung Strategien erfolgreich umsetzen

Exploratives Verhalten bezeichnet die Bereitschaft zu erkunden, beständig die eigenen Annahmen und Vorurteile zu hinterfragen und bereit zu sein, sie zugunsten wirkungsvollerer Lösungswege über Bord zu werfen. Explorative Führung versteht sich dabei als gruppendynamischer, rollenbasierter Prozess. Das Konzept geht von der Grundannahme aus, dass in einem komplexen Umfeld, indem es viele Entscheidungen zu treffen und neue Informationen zu verarbeiten gilt, nicht ein Einzelner die Entscheidungshoheit haben kann. Außerdem erfordert die erfolgreiche Umsetzung von Strategien eine Vielfalt an Expertisen und Blickwinkeln. Die Führungsbausteine und die dazugehörigen Grundprinzipien explorativer Führung sind dabei:

  • Inspirierende MissionStrategien erfolgreich umsetzen - Sich fühlen wie ein Kapitän
  1. Der Zweck ist heilig, nicht die Mittel:
    Gemeinsames Handeln braucht einen strategischen Auftrag, der den Zweck einer Mission auf den Punkt bringt. Was wollen wir erreichen, und wozu braucht die Welt es?
  2. Motivation braucht Projektionsfläche:
    Jeder Mensch hat andere Beweggründe, die ihn motivieren, seinen Beitrag zu leisten. Ein beispielgebendes Leitbild bietet Orientierung, um individuelle Werte und Vorstellungen in den strategischen Kontext einzubetten.
  • Zukunftspotenziale sichern
  1. Optionen auf die Zukunft erwerben:
    Die Zukunft ist ungewiss. Exploratives Führen zielt darauf ab, sich den günstigen Zufall zum Freund zu machen. Dazu gilt es, im Unbekannten einen Wert an sich zu sehen und für verschiedene Szenarien Optionen zu erwerben.
  2. Abschied vom perfekten Plan:
    Je mehr Abhängigkeiten ein Plan enthält, desto unwahrscheinlicher seine Realisierung. Es geht vielmehr um das Verständnis, was die Zielgruppe erleben und fühlen will. Und um die Frage, wie man diesen Nutzen auch bieten kann, wenn die Rahmenbedingungen sich ändern.
  • Krisenfestigkeit stärken
  1. Existenzielle Risiken absichern:
    Prozentsätze sind keine guten Ratgeber. Explorative Führung spielt alle denkbaren Szenarien durch, die bei ihrem Eintritt die Existenz der Gemeinschaft gefährden (beispielsweise eine globale Pandemie). Sie bereitet sich auf den Krisenfall vor (z. B., indem sie Reserven bildet, Versicherungen abschließt oder redundante Systeme vorhält).
  2. Die eigene Haut aufs Spiel setzen:
    Zentralismus ist langsam und verhindert selbstverantwortliches Handeln vor Ort. Exploratives Führen verteilt Verantwortung dezentral. Sie lebt von Menschen, die auf Basis verbindlicher Rollen selbstbestimmt handeln und für die Konsequenzen ihres Tuns einstehen.
  • Effektives Führungssystem etablieren
  1. Ziele als mentale Suchaufträge:
    Ziele lenken die selektive Wahrnehmung einer Gemeinschaft auf die Verwirklichung erstrebenswerter Zielzustände. Sie sind inspirierend und anschaulich formuliert. Objektive Kriterien helfen, den Fortschritt zu messen und vermeiden Selbsttäuschung.
  2. Versuch – Irrtum – Versuch:
    Bei komplexen Herausforderungen sind Ursache-Wirkungsbeziehungen nicht bekannt. Sie müssen herausgefunden werden, indem Annahmen formuliert und so schnell wie möglich getestet werden.
  • Teamintelligenz nutzen
  1. Führung ist Gruppendynamik:
    Exploratives Führen nutzt die Gesetze der Schwarmintelligenz und setzt auf Führungsteams mit komplementären Erfahrungen und Persönlichkeitsprofilen.
  2. Auch Menschen wollen entdeckt werden:
    Die Zusammensetzung eines Teams definiert die Qualität seiner Ergebnisse. Explorative Personalführung weiß, dass Menschen sich nur in Grenzen verändern können. Sie versteht es als ihre Aufgabe, die inhaltlichen und charakterlichen Stärken zu erkennen und wesensgerecht einzusetzen.

 

Dabei muss sich exploratives Führen als Erkundungsreise verstehen. Es können nicht einfach Führungsmechaniken beschlossen werden, sondern der Weg ist das Ziel. Hier muss das Führungsteam kontinuierlich die Rollen, Regeln und Instrumente hinterfragen, ihre Wirkung messen und das Führungssystem entsprechend anpassen. Das verlangt ein hohes Maß an offener Kommunikation und gemeinsamem Lernen. Durch den stetigen Prozess des „neu Denkens“ und des Hinterfragens ist das Unternehmen ähnlich dynamisch wie die Umwelt.

Insgesamt erleichtert es explorative Führung auch in VUCA Welten dementsprechend Strategien erfolgreich umzusetzen aber auch diese dort zu entwerfen und abzuändern.

Um die Mitarbeiter ins Boot zu holen und an der Strategie teilhaben zu lassen hat auch Strategieaktivierung eine tragende Rolle.

 

Expedition Strategieaktivierung in vier Etappen

Die kognitive Verknüpfung beruflicher Aufgaben mit persönlichen Werten und Zielen ist der Motivationshebel schlechthin in der Strategieaktivierung. Hier wird Ihnen ein idealtypischer Prozess geschildert, um von einer strategischen Idee zur konkreten Umsetzung zu kommen, die im Alltag zu messbaren positiven Veränderungen führt. Natürlich sind Organisationen mit spezifischen Herausforderungen konfrontiert und in jedem Fall muss feinjustiert werden um Strategien erfolgreich umsetzen zu können. Das Vorgehen lässt sich jedoch auf die meisten strategischen Vorhaben anwenden.

Generell gilt: Starten Sie ohne jedes Zögern, sobald Sie eine Herausforderung für die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens erkannt haben! Warten Sie nicht auf den richtigen Moment. Er wird niemals kommen.

Oft sind Managementteams verwundert, dass eine vor längerer Zeit beschlossene und kommunizierte Strategie im Sande verlaufen ist. Oft fühlen sich die Mitarbeiter dabei nicht gut informiert, sondern manipuliert oder bevormundet – weit unten in der neurochemischen Metapyramide. Es wäre besser gewesen, sie wären im Sinne von richtiger Strategieaktivierung von Anfang an aktiv in einen transparenten Prozess eingebunden worden. Insbesondere wenn Strategien als Effizienzsteigerungsprogramm verkauft werden, fühlen sich die betroffenen Mitarbeiter als überflüssig Kosten und Last. Es geht vermeintlich darum, ihre (schlechte) Arbeit durch zuverlässigere Maschinen zu ersetzen. Es ist eine essenzielle Führungsverantwortung, ihnen eine Chance zur Weiterentwicklung zu geben, sie für andere Aufgaben (auch im eigenen Unternehmen) zu qualifizieren oder ihnen im Falle eines Austritts den Raum zu geben, ihre private Situation auf den Arbeitgeberwechsel vorzubereiten.

 

Strategische Ideen verwirklichen

 

  1. Strategischer Auftrag:
    Die vornehmlichste Aufgabe der Unternehmensleitung ist es, strategische Aufträge für die Organisation zu formulieren. Hierfür braucht es eine klare Haltung dazu, für welchen strategischen Wandel sich der Einsatz lohnt, um die Zukunftsfähigkeit der Organisation zu stärken.
  2. Gemeinsames Leitbild:
    Identifizieren Sie diejenigen Schlüsselpersonen, die für die erfolgreiche Umsetzung eines strategischen Vorhabens unverzichtbar sind. Entwickeln Sie mit ihnen gemeinsam ein tiefes Verständnis für das WARUM und WOZU und machen Sie möglichst anschaulich klar, WIE dieses in einem zukünftigen Alltag gelebt werden soll. Stellen Sie die zentralen Prinzipien, Ziele und Erfolgshebel als anschauliches, inspirierendes Leitbild dar.
  3. Mentales Navigationssystem:
    Etablieren Sie ein Zielsystem, das die Zusammenarbeit und das gemeinsame Lernen steuert. Denken Sie darüber nach, was zu tun ist, um die Strategie in erfolgskritischen „Momenten der Wahrheit“ zu leben. Nutzen Sie dabei OKR (Objectives and Key Results) als Zielrahmen, um inspirierende Ziele in konkrete Schlüsselergebnisse zu übersetzen und den Fortschritt mit objektiven Akzeptanzkriterien zu messen.
  4. Umsetzung in explorativen Sprints:
    Setzen Sie die strategischen Ziele und Schlüsselresultate in angemessenen Zeitzyklen um. Nutzen Sie explorative Aktionsteams, um dabei die Kräfte Ihrer besten Leute zu bündeln. Gehen Sie dabei in Prototypen und kontrollierten Experimenten vor, um schnell praktisch zu lernen und einsatzfähige Lösungen zu verwirklichen.

 

Durch Strategieaktivierung und explorative Führung ziehen alle Mitarbeiter an einem Strang, um das Unternehmen weiter Richtung Vision zu bringen. Starker Zusammenhalt erleichtert insbesondere in unsicheren und komplexen Situationen die Entscheidungen. So trägt auch Strategieaktivierung zu einem großen Teil dazu bei Strategien erfolgreich umzusetzen trotz unbekannter und diffuser VUCA Welten.

 


 

Sie möchten mehr über Führen in VUCA Welten hören: In diesem Gespräch diskutiert Sebastian Morgner mit Frank Astor welche spannenden Impulse durch Krisen entstehen können und wie man auch in ökonomisch angespannten Zeiten Strategien erfolgreich umsetzen kann.

Im „Future of Leadership – Zeit für eine neue Ära“ begrüßt Sebastian Morgner Vordenker aus Wirtschaft, Politik und Forschung, um gemeinsam mit diesen ein Bild der Zukunft von Leadership, Agilität und Nachhaltigkeit zu zeichnen.

 

 

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