Wie Chefs den Sinn in der Arbeit zerstören

von Sebastian Morgner

Ergebnisse unserer Leadership-Studie zum Thema "Meaning@Work"

Wie Führungskräfte Sinn stiften oder zerstören können

Meaning@Work ist das zentrale Thema der diesjährigen Future of Leadership Conference. Auf dem eintägigen internationalen Thinktank diskutieren Führungskräfte, Vordenker und Nachwuchstalente über die Rolle von Führungskräften als Sinnstifter. 

Die Wahrnehmung von Sinn am Arbeitsplatz entsteht weniger durch große Ziele und Visionen als vielmehr dadurch, wie täglich erlebte Situationen und Rahmenbedingungen erlebt werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein 18- monatiges Studienprojekt der Future of Leadership Initiative. 

Dabei wurden 5 wesentliche Sinnfresser im Arbeitsalltag identifiziert:

  1. Abstrakte Unternehmensziele und Zielvorgaben, die der Einzelne kaum beeinflussen kann

  2. Aktionismus und sich ständig ändernde Prioritäten durch das Management

  3. Kontroll- und Regulierungswahn und der damit einhergehende Mangel an Selbstbestimmung und Handlungsautonomie

  4. eine Führungskultur, die Mitarbeiter in mehr oder weniger wertvoll klassifiziert

  5. fehlende direkte Wertschätzung der eigenen Tätigkeit.

Und welche 5 Faktoren sind es, die am stärksten Sinn im Arbeitsalltag stiften?

  1. Die Ermöglichung des direkten Kontaktes zu den Nutznießern der eigenen Arbeit. Positive und ehrliche Rückmeldung von jenen, die von unserer Arbeit profitieren, ist die stärkste Quelle von Sinn im Arbeitsleben.

  2. Delegation von Verantwortung und Entscheidungsfreiheit

  3. Freiräume zur Ausgestaltung der eigenen Arbeit, die den persönlichen

    Fähigkeiten und Interessen Rechnung tragen

  4. Die Förderung einer konstruktiven und kreativen Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg

  5. Die anschauliche Vermittlung des Unternehmenszwecks, eine starke gemeinsame Vision.

Generationenübergreifender Dialog:

Die Rolle der Führungskräfte als Sinnstifter steht im Mittelpunkt der Future of Leadership Conference am 24. November 2016. Unter dem Titel „Meaning@Work - Leadership in Times of Digitalization“ treffen Vorstandsvertreter wie Joe Kaeser von Siemens und Stefan Ries von SAP und Vordenker wie Wired UK Chefredakteur David Rowan, der UN Global Compact Repräsentant John Elkington oder der ehemalige Abtprimus Pater Notker Wolf in der Akademie Tutzing am Starnberger See auf rund 40 Unternehmensvertreter und 40 junge Top-Talente verschiedener Nationalitäten. 

 

Sebastian Morgner

Sebastian Morgner ist Leiter des Münchner Leadership Instituts. Er war 15 Jahre im Top-Management einer Großbank tätig und ist Experte für Strategieaktivierung in Unternehmen  und Organisationen.

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