Lernt man agile Führung im Schulungsraum?

von Stella Veneziano

Stella Veneziano im Interview mit dem Geschäftsführer des MLI Leadership Instituts Sebastian Morgner.

Interview

Stella Veneziano (SV): Kann man es in einem Schulungsraum lernen, sein Team agil zu führen?

Sebastian Morgner: Eine Gegenfrage. Wer sind die besten Fußballspieler? Diejenigen, die besonders viele Sport-Theoriestunden hatten? Nein, denn gelernt wird auf dem Platz. Gerade bei Führungsthemen ist die Praxis wichtiger als die Theorie – genau wie im Sport. Menschen in Führungsrollen müssen agil denken und handeln – also flexibel auf Überraschungen reagieren, ohne das  Ziel aus den Augen zu verlieren.

 

SV: Und was empfiehlt das MLI Leadership Institut, um das sicherzustellen? Was macht Ihren Ansatz so besonders?

Sebastian Morgner: Unser Angebot verbindet die wirkungsvollsten Aspekte von Leadership mit fundierten Erkenntnissen darüber, wie agile Teams in komplexen Organisationen optimal zusammenarbeiten. Das verkörpert auch die Seminarleitung: Denniz Dönmez erforschte im Rahmen seiner Dissertation an der ETH Zürich jahrelang die Erfolgsfaktoren für agile Teams. Heute arbeitet er in der Praxis - als Scrum Master in der Software-Entwicklung. Ich selbst berate mit dem MLI die Führungsteams großer internationaler Unternehmen bei der digitalen Transformation. Genau diese beiden Perspektiven bringen wir ein: die Leadership Perspektive und die wirkungsvollsten agilen Methoden, um innerhalb bestehender Strukturen maximale Wirkung zu entfalten.

 

SV: Das klingt nach viel Erfahrung. Aber vermitteln Sie diese dann nicht auch in einem Schulungsraum?

Sebastian Morgner: Nein. Wir gestalten unsere MLI Formate nach wesentlichen Erkenntnissen der Kognitionsforschung. Dabei ist unser Ziel, dass die Teilnehmenden so viel wie möglich von den Trainingsinhalten verinnerlichen und später aktiv nutzen. Dazu verbinden wir fundierte Wissensvermittlung mit eigenen Erfahrungen. Das heißt: Wir haben Überraschungen vorbereitet, wir möchten alle dazu bringen, Dinge anders zu machen als bisher, sie müssen sehr schnell und kreativ entscheiden und handeln. Das machen die Teilnehmenden in Teams bei einer konkreten Challenge. Jedes Team teilt sich ein Apartment und verfolgt ein Ziel. Entscheidend ist nicht, welche Lösung sie finden – es gewinnt das Team, das die meisten Unterstützer in vorgegebener Zeit begeistert. Denn genau dabei geht es auch bei erfolgreicher agiler Führung. Innerhalb der zwei Tage lernt man sich sehr gut kennen – das hält häufig bis weit über das Seminar hinaus.

 

SV: Und was für eine Challenge ist das ?

Sebastian Morgner: Das erfährt man erst während des Programms, denn das Unvorhersehbare ist Teil des didaktischen Konzeptes. Ich sage nur nur so viel: Die Aufgabe macht Spaß und regt zugleich zum Nachdenken an. Wir arbeiten im betahaus in Berlin, dem bekanntesten Co-Working-Space Deutschlands, wo viele Start-ups und Gründer arbeiten. Die Teams Teilnehmer nutzen während des Programms praktische und schnell anwendbare Methoden und Tools. Diese können sie sofort im Führungsalltag einsetzen, um ihre Teams und ihren Bereich agiler  machen.

 

SV: Worum geht es denn im Kern bei agiler Führung:

Sebastian Morgner: Es geht darum, radikal vom Ende her zu denken – dem konkreten Nutzen, den man für interne oder externe Kunden schaffen möchte. Und dann sehr flexibel auszuprobieren, wie man diesen Zielzustand erreicht. Dazu gehört Neugier, experimentelles Vorgehen und sehr effektive Kommunikation im Team. Wir bringen den Teilnehmenden  natürlich auch die theoretischen Grundlagen agiler Führung bei. Und dann probieren sie es im Rahmen der Team-Challenge direkt aus. Das Ergebnis ist regelmäßig die Faszination darüber, wie viele Erfahrungen man in kurzer Zeit sammeln und auf seine eigenen Herausforderungen übertragen kann – dank der richtigen Methoden.  

 

SV: Und welche Rolle spielen in Zukunft eigentlich Führungskräfte in der Linie?

Sebastian Morgner: Wir sehen einen dramatischen Wandel. Früher haben sich Führungskräfte als wesentlicher Informationskanal und Entscheidungsinstanz verstanden. Auch heute verbringt das Management jeden Tag sehr viel Zeit  mit internen Berichtswegen und Abstimmungen. Über interne Selbstbeschäftigung wird oft das zentrale Ziel vernachlässigt: Nutzen für bestimmte Stakeholder zu stiften, seien es Endkunden, interne Leistungsempfänger oder andere Partner. In Zukunft ist es die Hauptaufgabe von Führungskräften, auch bereichsübergreifend Teams zusammenzustellen, die ein klares, inspirierendes Ziel verfolgen. Es geht darum, sicherzustellen, dass alle nötigen Kompetenzen und Sichtweisen in diesen Teams vertreten sind. Und die Projektteams müssen alle nötigen Freiräume haben, um schnell zu greifbaren Ergebnissen zu kommen. Die Führungskraft ist Coach, Botschafter des Teams in die Organisation, Trend-Scout und Potenzialentwickler. Führen wird anspruchsvoller, macht aber auch viel mehr Freude.

 

 

 

Das nächste Agile meets Leadership-Seminar findet am 18. und 19. Oktober 2017 in Berlin statt.

Am 19. September bieten Denniz Dönmez und Sebastian Morgner einstündige Webinare an, um Interessierten Frage und Antwort zu stehen.

 

Am Ende der zwei Tage des „Agile Meets Leadership“ werden Sie Folgendes mitnehmen:

-erhalten Sie ein Zertifikat zum Agile Leadership Expert

-kennen Sie neue Möglichkeiten, die Zusammenarbeit in ihrem Team und mit anderen Bereichen produktiver zu gestalten

-wissen Sie, wie Sie mehr Zeit für Ihre eigentlichen Führungsaufgaben gewinnen,

-haben Sie einen konkreten Plan, wie Sie Ihr Team ergebnisorientierter führen und dabei die Anpassungs- und Lerngeschwindigkeit erhöhen

-sehen Sie neue Möglichkeiten, um merkbar mehr Nutzen für ihre internen oder externen Kunden zu schaffen,

-haben Sie agile Führungs-Tools zur Hand, die Sie in Ihrer Organisation sofort anwenden und mit Kollegen teilen können. 

 

CHANGE YOURSELF BEFORE CHANGE FORCES YOU TO!

 

Mehr Infos und die Möglichkeit zur Registrierung erhalten Sie hier.

 

 

MLI Agile Leadership Academy: Warum Agilität nichts im Konferenzraum zu suchen hat? from MLI Leadership Institut München on Vimeo.

Stella Veneziano

Currently doing her Masters at EMLyon Business School, Stella Veneziano is a curious and open-minded person who is particularly passionnate about social innovation. As Global Operations Manager at the NGO Ampion for instance, she fully organized the "Venture Bus" tours through several African regions, a 7-day incubation program for entrepreneurs. Today, she is responsible for the Future of Leadership Initiative, whose aim to foster inspiring leadership.

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